Der Buchdrucker und seine Werkstatt.

Martin Z. Schröder

ist ein Schweizerdegen. So nennen sich Setzer, die gleichzeitig Buchdrucker sind. Die Begeisterung für die Schwarze Kunst packte ihn früh. Er lernte zeitig lesen und bastelte als Kind Zeitungen, angeregt durch die Tätigkeit seiner Eltern. Der Vater war Redakteur der Wochenpost und später stellvertretender Chefredakteur (der junge Sohn war von den vielen »e« in dieser langen Bezeichnung so beeindruckt, daß er den Vater für den richtigen Chef hielt) der Neuen Berliner Illustrierten (NBI), deren Chefredakteur er im Herbst 1989 wurde, die Mutter leitete ein Lektorat im Kinderbuchverlag Berlin. Bereits mit 14 Jahren, 1981, trat Martin Z. Schröder in die Arbeitsgemeinschaft »Junge Schriftsetzer« im »Pionierpalast« in der Berliner Wuhlheide ein. Dort lernte er die Grundbegriffe des Handsatzes mit bleiernen Lettern und des Buchdrucks beim Meister Wolfgang Holtz.

Später

absolvierte Martin Z. Schröder eine Lehre im Bleisatz und wurde 1985 Schriftsetzer, spezialisiert auf Akzidenzen. Er arbeitete danach als Verlagshersteller, erfuhr Fortbildungen in Reprofotografie und Offsetdruck, war technischer Redakteur der »Weltbühne«, Korrektor dreier Belletristik-Verlage, wurde 1990 Redaktionskoordinator einer Zeitschrift, arbeitete als Mitherausgeber von zwei pädagogischen Magazinen und kehrte im selben Jahr zum Buchdruck zurück in die Druckerei Rapputan in der Berliner Friedrichstraße als Erster Akzidenzer. 1994 gründete er die eigene Werkstatt. Er unterrichtete Studenten des Fachbereichs Design der Potsdamer Fachhochschule, der MediaDesign-Hochschule Berlin, der Universität der Künste und anderer Hochschulen im Bleisatz und gab Kurse für Kinder einer Freien Schule sowie der Picasso-Grundschule in Berlin-Weißensee.

Schließlich

schrieb er in den Feuilletons von Tageszeitungen (Süddeutsche, Frankfurter Allgemeine, Berliner Zeitung, Welt, Frankfurter Rundschau) und sprach im Radio über Typographie. Im Jahr 2013 erhielt Martin Z. Schröder gemeinsam mit dem Potsdamer Grafikdesigner Frank Ortmann für die Gestaltung der Wochenendbeilage der Süddeutschen Zeitung vom 10. März 2012 den European Design Award, diese Arbeit wurde im Februar 2015 auch mit einem German Design Award ausgezeichnet. Im Jahr 2015 erschien im Verlag zu Klampen die »Stilkunde der kleinen Drucksachen. Entwurf und Typografie von Visitenkarte und Brief, Familienanzeige und Einladung«.

Martin Z. Schröder ist staatlich anerkannter Diplom-Sozialpädagoge/Sozialarbeiter (FH) (1997) und unterrichtet Kinder mit Lese-/Rechtschreibschwäche.